Läufigkeit ist keine Krankheit

Ein bis drei Mal im Jahr wird eine intakte Hündin läufig. Was hat es eigentlich damit auf sich? Wie lange dauert so eine Läufigkeit und wann ist es „gefährlich“?

Der „normale“ Zyklus der Hündin dauert in der Regel 6-8 Monate, wobei es einige Individuen als auch Rassen gibt, die einen Zyklusintervall von 12 Monaten haben. Nach 1 -2 Läufigkeiten ist der Zyklus meistens gleich lang.

Die Läufigkeit (ca. 18-21 Tage) beginnt mit Schwellung der Scham, blutigem Ausfluss und Verhaltensänderungen. Diese Phase wird unterteilt in Proöstrus und Östrus.

Im Proöstrus (Vorbrunst) blutet die Hündin und die Vulva ist geschwollen. Diese Phase dauert ca. 9 Tage. Sie kann aber auch zwischen 3 und 17 Tagen schwanken. Manche Hündinnen bluten stärker als andere, die meisten Hündinnen halten sich in dieser Zeit selbst rein.

In dieser Zeit ist die Hündin noch nicht fruchtbar, oftmals ist sie aber schon für Rüden interessant.

Danach folgt der Östrus (Brunst). Die Dauer ist ebenfalls ca. 9 Tage, es kann aber zwischen 3 und 21 tagen variieren. Die Vulva ist leicht abgeschwollen und der Ausfluss wird wässriger. Die Hündin ist nun fruchtbar (Stehtage).

Die nächste Phase ist der Diöstrus auch Metöstrus genannt (Nachbrunst), dieser erfolgt unabhängig davon, ob die Hündin gedeckt wurde oder nicht. Diese Phase dauert ca. 63 Tage, kann aber bis zu 20 Wochen dauern. Die Vulva ist nun vollständig abgeschwollen, der Ausfluss ist verschwunden. Die Paarungsbereitschaft erlischt. Falls die Hündin gedeckt wurde, wird diese Phase mit der Geburt der Welpen beendet.

Nun schließt sich die Ruhephase (Anöstrus) an. Die Zeit bis zur nächsten Läufigkeit kann mehrere Wochen bzw. Monate dauern. Im Schnitt sind es 4 Monate

 

Die Scheinträchtigkeit und -mutterschaft

Nach der Standhitze beginnt die Scheinträchtigkeit. Das Hormon Progesteron wird ausgeschüttet. Dieses ist notwendig, um eine Trächtigkeit aufrechtzuerhalten. Das Hormon wird, egal ob die Hündin gedeckt wurde oder nicht ausgeschüttet.

Deine Hündin wird sich anders verhalten als üblich. Meistens werden sie in dieser Phase ruhiger und verschmuster. Das wäre für eine Trächtigkeit ein normales Verhalten.

So wird die trächtige Hündin von ihrer Familie unterstützt bei der Aufzucht der Welpen. Denn nach der Scheinträchtigkeit folgt die Scheinmutterschaft.

Etwa 8 Wochen nach der Standhitze setzte die Scheinmutterschaft ein. Sie löst durch einen Hormonwechsel die Scheinträchtigkeit ab. Während der Scheinträchtigkeit überwiegt, das Hormon Progesteron. In der Scheinmutterschaft ist das Prolaktin Hormon der Hauptakteur.

Es kann nun sein, dass die Hündin Milch produziert, die Milchdrüsen anschwellen, der „Nestbauinstinkt“ geweckt wird, Ersatzwelpen gesucht werden, ebenfalls kann es sein, dass die Hündin aggressiv ihre „Welpen“ verteidigt.

Diese Phase dauert 2-4 Wochen. Auch dies ist ein normales Verhalten. Die Natur hat vorgesorgt, wenn alle Hündinnen zusammen läufig werden, dann sind auch zum Zeitpunkt der Welpen ausreichend Ammen in der Nähe.

Dieses Verhalten ist ein Normalverhalten!

Es kann jedoch sein, dass eine Hündin verstärkte Verhaltensweisen zeigt, dann sollte man zunächst die „Welpen“ entfernen. Das Lecken an den Milchdrüsen sollte verhindert werden, damit die Hündin keine Milchproduktion anregt.

Mit sinnvoller Beschäftigung und ausgiebigen Spaziergängen wird für Ablenkung der Hündin gesorgt.

 

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